Ohne Worte

Ohne Worte

Oder: Gefühle wahrnehmen und benennen

In der aktuellen Vital vom Oktober 2016 erschien ein Artikel zu dem Thema „Gemischte Gefühle“.
Dazu durfte ich einen Beitrag schreiben, den du hier findest.

Du kennst sie sicher auch, Gefühle für die es keine Worte gibt:

  • Der Moment, wenn du nach Jahren eine alte Freundin wieder triffst und dich einerseits freust, andererseits aber auch etwas Angst hast, ob ihr überhaupt noch zusammenpasst.
  • Der Wunsch, der Gegenüber würde den ersten Schritt machen (was er aber nicht tut), während man sich sehnsuchtsvolle Blicke zuwirft.
  • Das Gefühl, dass etwas fehlt, auch wenn es vielleicht perfekt scheint.

Solange diese Gefühle von uns als angenehm oder überwiegend angenehm empfunden werden ist alles gut.
Wenn sie jedoch als überwiegend negativ empfunden werden, können sie uns verunsichern und auch aus der Bahn werfen. Dass es für viele Gefühle eben keine Worte gibt, macht es definitiv nicht besser.
Was wir nicht in Worte fassen können, fällt uns auch schwer zu be-greifen.

Das dritte Beispiel kenne ich von mir persönlich. Als dieses Gefühl so stark wurde, dass ich es nichtmehr dezent ignorieren konnte, kamen natürlich Fragen auf.
Ticke ich noch richtig? Wie komme ich auf sowas? Was ist mit mir los? Geht es nur mir so? usw.
Selbstzweifel und Unsicherheit natürlich inklusive!

Erkennen und Annehmen

Kennst du das auch? Dann nimm dir ein paar Minuten Zeit und horch mal genau hin. Welche Gefühle sind beteiligt?
Drösel dieses Unbekannte auf, mach es dir vertraut, indem du es in kleine Einzelteile zerlegst und Worte findest.

Ich habe damals mit Hilfe eines Choaches erkannt, dass neben Langeweile, dem Gefühl der Leere und Unzufriedenheit auch ganz viel Dankbarkeit und Motivation in meinem Gefühl steckt.
Ja, damit konnte ich mehr anfangen. Genau das war es! Damit konnte ich arbeiten.
Und dann habe ich mir die positiven Aspekte zu nutzen gemacht. Mich aufgemacht und geforscht und gesucht, was die Leere, Langeweile und Unzufriedenheit füllen kann. Eine von mehreren Antworten darauf ist meine jetzige Arbeit.
Außerdem begleitet mich seitdem in vielen Lebensbereichen eine riesen Portion mehr Mut. Mut neue Dinge zu versuchen, alte Muster zu hinterfragen, aber auch Mut zu dem zu stehen, was ich bin – Immer mit ein paar Hummeln im Hintern unterwegs um nicht stehen zu bleiben :-).
Und das wiederum macht mich zufrieden.

Wenn du alle oder viele Teilgefühle eines ganzen Gemütszustands erkannt hast und benennen kannst, kannst du sie begreifen und dein Unbehagen konstruktiv nutzen. Es lohnt sich also mal genau hinzuhorchen, wenn sich Unangenehmes breit macht und es nicht wegzuschieben und im Trott weiter zu trappen.

Ich wünsche dir eine erkenntnisreiche und  „einfach glückliche“ Zeit

Stefanie